Naturfarben 

Farben der V̶e̶r̶g̶a̶n̶g̶e̶n̶h̶e̶i̶t̶
          Zukunft

Vorteile Naturfarben

Gut für die Umwelt, gut für dich...

Umwelt

Aus Pflanzen werden Farben und aus Farben werden Pflanzen. Die Natur hat den perfekten Stoffkreislauf geschaffen. Die Verwendung von natürlichen Farben spart außerdem Transportwege, Verpackungen und Microplastik. Weiterhin muss kein Bergbau betrieben werden, um offentsichtlich aus Metallen hergestellte Farben wie Platinweiß oder Chromweiß herzustellen.

Gesundheit

Synthetische Farben (Öl- und Acrylfarben) können reizend auf den Künstler wirken. Der Großteil der Naturfarben wird normalerweise gegessen. Kurkuma, Spinat, Rote Beete, klingen eben eher nach einer indischem Hauptgang, als nach einem Kunstwerk.   

Einzigartigkeit

CYM- codierte einheitsfarben Farben werden zu saisonialen und einmaligen Naturprodukten. Durch die natürlich hohe Anzahl an Einflussfaktoren wie: Ph-Wert, Licht, Nährstoffverfügbarkeit, Sorte, Erntezeitpunkt und Wasser entstehen einzigartige Jahrgänge von Kunstwerken, wie bei einem gutem Rotwein. 

"Cheated"

Mein Erstes, nur mit Naturfarben. Fast.

Namensgebend: 99% Naturfarben und ca. 1% weiße Pastellkreide
-> "to Cheat"= Schummeln

Aktuell: beschäftige ich mich mit der Farbe Weiß. Da meine Farben organisch und damit nachwachsend sein müssen, verwende ich keinen Kalk aus dem Boden, sondern Muschelkalk und Eierschalen.

Nachteile Naturfarben

...doch im richtigen Winkel betrachtet, sind Schwächen auch nur Stärken im falschen Licht. 

Intensität

Die Farbintensität von konventionell Farbmitteln, kann nur schwer von der Natur nachgeahmt werden. Effekte wie Floreszenz und Neon Farben sind praktisch unmöglich. Allerdings bringen Naturfarben die besten Pastelltöne frei Haus. Der bewusste Einsatz ist hier entscheidend. Mit einer Kombination beider Farbwelten, lässt sich spektakuläre und nachhaltige Kunst vereinen.

Haltbarkeit

Durch äußere Einflüsse wie Sauerstoff, UV- Strahlung und Säuren/Basen verändern sich die Farben mit der Zeit mehr oder weniger. Mit einer Firnis aus Wasser und Gummi arabicum wirke ich diesen zumindest teilweise entgegen.

Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit einiger Pflanzen unterscheidet sich über das Jahr gesehen enorm. Jedoch kann man auf alternativen zurückgreifen. Rotkohl aus dem Glas, Spinat aus dem Frost. Rote Beete kann glücklicherweise ganzjährig frisch verwendet werden. 

Storytime: Acrylfarben, Kunststoffpolymere und Atemwegsreizungen

Dresden 2018/19.
"Tag ein, Tag aus verbringe ich die Zeit mit meiner Kunst. Selbst das Schlafgemach teile ich mit ihr. Ein anhaltender stechender Schmerz in der Brust verriet mir, dass etwas nicht stimmte..." 

  • Trockene, gereizte Haut, sowie allergische Reaktionen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen von Acrylfarben. 


  • Wenn man das Spülwasser der Pinsel entsorgt, schüttet man eigentlich Mikroplastik in seine Umwelt. Die Produktion von Kunststoffen hat man bis dahin auch unterstützt.


Nachdem ich schmerzlich feststellen musste, dass die übermäßige Verwendung von Acrylfarben mit einem gewissen Risiko verbunden ist, suchte ich in der Natur nach Antworten..

Du, ich und die Pflanzen

"Schon immer war ich für die Natur zu begeistern, obgleich es ein schöner Ausblick beim Wandern, ein zutrauliches Tier oder ihre süßen Gaben in Form von Früchten waren, die mich faszinierten..."

Während meiner Ausbildung zum Winzer, lernte ich einen sehr technischen und ausbeuterischen Blick auf die Natur kennen. Welcher entgegen meiner Erwartung, die fantastische Vorstellung von der Natur und die Liebe zu ihr eher verstärkte. Denn nun verstand ich was die Welt im Innersten zusammenhält und was sie eben auseinander reißt.
Nährstoffkreisläufe: von Wasser, Nitrat, Kohlenstoff und Phosphor. Nahrungsketten und der Tot. Ich war völlig begeistert von der mir noch unbekannten Perfektion meiner Umwelt und erschüttert von der folgeträchtigen Wirkung des Menschen darauf. Wir passen perfekt in die Struktur Natur, jedoch weigern wir uns scheinbar dem System zu vertrauen, nehmen alles selbst in die Hand und scheitern auf ganzer Linie.

Mit jeder neuen Farbe, Pflanze und Technik, wächst meine Liebe zur Natur und der Wunsch etwas am aktuellem "Normal" zu ändern. Ich möchte die Kunst dazu benutzen mein Wissen in die Welt zu tragen und das Bewusstsein für die Einheit mit der Natur fördern.

Wenn du auch lieber mit der Natur, statt gegen sie, gestalten willst, dann bist du herzlich eingeladen die folgenden Informationen für dich zu nutzen!


Meine, noch nicht ganz vollständige

 Farbpalette


Naturfarben haben meine Möglichkeiten der Gestaltung, um ein vielfaches vergrößert. Besonderen Spaß bereitet es mir neue Techniken, Pflanzen und Materialen zu entdecken. Trotz meines Fokus auf das Thema, stehe ich immer noch am Anfang des Feldes und bleibe stehts begierig mein Wissen zu vergrößern. 

Orientalische Power

Kurkuma


Farbe: Gelb
Herkunft: Südasien
Verarbeitung:
als Pulver überall erhältlich, ansonsten trocknen und zerkleinern
Verwendung:
mit Wasser oder Öl vermischt, Anfängerfreundlich, farbintensiv, haltbar
Alternativen: Raps, Blütenpollen, Forsythie, Möhre (gelb/orange)
Kunstwerk: "Flowerball 3" 40x40cm


Ganzjährige Farbbombe 

Rote Beete

Farbe: Rot
Herkunft:
Mittelmeer
Verarbeitung:
Zerkleinert und getrocknet als Pigment haltbar, sowie eingekocht als Flüssigkeit
Verwendung:
Pigmente mit Wasser oder Öl mischen, mittlere Farbkraft, anfängerfreundlich, mittlere Haltbarkeit, säurebeständig, günstig, hohe Verfügbarkeit
Alternativen: Himbeere, Erdbeere, Tomate (orange/rot)
Kunstwerk: "Hidden" 120x80cm 

Das Einhorn unter den Pflanzen

Rotkohl

Royal Blue mit Backpulver

Farbe: Blau (bei schwacher Mischung auf grün/türkis)
Herkunft:
vermutlich Kleinasien
Verarbeitung:
hacken und ca. 10 min kochen, danach mit Backpulver vermischen, anschließend trocknen oder flüssig verwenden.
Verwendung:
Blau bis Grün, fortgeschrittener Schwierigkeitsgrad, nicht säurebeständig
Der im Rotkraut enthaltene Farbstoff Anthocyan verhält sich wie ein Indikator.
Leider ist diese Farbveränderung nicht dauerhaft. Der in unserer Luft enthaltene Sauerstoff, oxidiert das Blau sichtbar zu Violett.
Alternativen: Indigopflanze und Färberweid
Kunstwerk: "Cale Blue"

Ultravioletta

Farbe: Violett
Herkunft: vermutlich Kleinasien
Verarbeitung:
Gehackt, ca.10min kochen, anschließend trocknen oder flüssig verwenden
Verwendung:
nach dem Kochen flüssig verwenden, oder getrocknetes Pigment mit Wasser oder Öl mischen. Einfache, mäßig haltbare Farbe mit mittlerer bis intensiver Farbwirkung. Mittelschwere Verarbeitung, getrocknet oder flüssig eingekocht haltbar, gekühlt maximal vier Tage
Alternativen: Wilde Möhre, Kirsche, Trauben 


Und das Beste daran?

Ich muss mir nicht mal die Hände waschen, um während des Malens zu naschen. Ich kann einfach in eine Tüte Chips greifen.

Nein ehrlich, die Reste meiner Farb- und Bildproduktion sind 100% biologisch abbaubar und  der beste Dünger für neue Pflanzen. Mit neuen Farbstoffen! Und so schließe ich den Kreis kreativer Gestaltung.

Während die Reste meiner frühen Acrylwerke im Meer überdauern...

Meine Werke vor allem inspirieren. Inspiration neue Wege einzuschlagen.

 Als Verkäufer von Obst und Gemüse, stellte ich schnell fest, dass nahezu alle bekannten Farben ohne Umweg verfügbar sind. Rote Beete, Himbeeren und Blaue Kartoffeln gehörten zu meinen ersten Experimenten. Besonders häufige Farben sind: Grün und Lila. Wahrscheinlich liebt die Natur alle Farben, bis auf Blau. Um Blaue Farbe herzustellen musste man sich jeher etwas einfallen lassen. Ich für meinen Teil habe nahezu ein halbes Jahr benötigt, um Blau aus regional verfügbaren und pflanzlichen Rohstoffen  herzustellen.

Pflanzliche Bilder für dein Zuhause

Die Kunst der Faulheit

...gemalt in den Farben der Natur

Darkness returns
(Kurkuma, Holzkohle, Rote Beete)

Globalisation
(Kurkuma, Holzkohle, Rote Beete, Eisenoxid)

Gatekeeper
(Kurkuma, Holzkohle, Rote Beete, Rotkraut, Backpulver)

Fertilizer
(Kurkuma, Holzkohle, Rote Beete, Rotkraut, Backpulver)

Cheated

Get up

Golden Bones

Homnissphäre


Einmal alles neu, bitte!?

Während wir alle ein gewissens Grundverständniss für das Mischen von Farben gelernt haben, musste ich vor knapp vier Jahren das Kapitel Farbe erneut studieren. Doch dieses Mal sollte alles anders sein. Während man beim Mischen konventioneller Farben logisch vorgehen kann, empfiehlt sich beim Umgang mit natürlichen Farben ein kleiner Exkurs in die Chemie. Tatsächlich ist der ph-Wert der Schlüssel zu Farben wie Blau und Orange. 
Ich verzichte vollständig auf mineralische Farbstoffe, da diese zum Großteil aus Bergbaubetrieben stammen und nicht nachwachsen können.

 

In einem Land vor unserer Zeit verwandten Menschen durchschnittlich Zehn Wochenstunden für ihre Grundversorgung. Heute fühlt man sich schlecht, wenn es weniger als 40 sind.

Statt die Natur sich selbst zu überlassen und zu nehmen was wir brauchen, reinigen wir in Zukunft unsere Luft lieber mit Strom aus Solaranlagen und feiern uns weiterhin auf unsere technischen Errungenschaften, statt einen Baum NICHT zu fällen. Von Wasser und unseren Böden will ich gar nicht sprechen. Mit der "Monkeys vie for work" verschaffe ich mir und meinen Gedanken etwas Luft. Think organic! Please.